Wenn einer eine Reise tut, kann er was erleben ….

Ein ereignisreicher und wunderschöner Herbstausflug in’s Engadin
Ein lang gehegter Wunsch erfüllte sich im Herbst, Oktober 2025. Das wunderschöne, sonnige Wetter erweckte die Wanderlust, die Herbstfarben, das bunte Laub der verschiedenen Bäume, die farbwechselnden Lärchen strahlten um die Wette. Keine Frage, es war die Zeit dem Nebel im Mittelland zu entfliehen und eine Wanderung in den Bergen zu unternehmen.
Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, voller Hoffnung, dieses Jahr die gelben Lärchen im Oberengadin nicht zu verpassen, entschieden wir uns mit der Tageskarte der SBB und der Rhätischen Bahn nach St. Moritz zu reisen. Mit grosser Vorfreude und einigen Erwartungen starteten wir früh morgens Richtung Zürich nach Chur. Dem Zürichsee entlang begrüssten uns die ersten Sonnenstrahlen und wir liessen den Nebel hinter uns. In Chur angekommen, wartete das Highlight, von welchem ich seit vielen Jahren träumte, mit der Rhätischen Bahn über den Albula Pass nach St. Moritz zu reisen. Mit unserer 1. Klasse-Tageskarte hofften wir, dass es weniger Leute und wir einen guten Sitzplatz hätten, damit wir die prachtvollen, atemberaubenden Viadukte bewundern können. Mit grosser Vorfreude stiegen wir in diesen Bahnwagen und suchten erfolglos nach einem Sitzplatz. Es gab nur 2 Bahnwagen 1. Klasse, alle Sitzplätze waren durch Gruppen belegt. Die Enttäuschung war sehr gross und wir versuchten mit dem Kondukteur eine Lösung zu finden, denn in Chur zurückbleiben war keine Option. Somit standen wir im 1. Klasse Wagen, denn auch die Wagen der 2. Klasse waren ausgebucht durch Gruppen. In Thusis informierte uns dann der Kondukteur, dass bei einer Gruppe 2 Personen weniger zustiegen und daher in der 2. Klasse 2 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Wir nahmen dieses Angebot an, ärgerten uns, dass wir so viel bezahlt hatten, waren aber glücklich, dass wir überhaupt einen Sitzplatz hatten. Als wir das Landwasserviadukt bei Filisur sahen, und die atemberaubende Landschaft war der Ärger verflogen und die Freude stand im Vordergrund. Wir beschlossen in St. Moritz, bevor wir unsere Wanderung starten, am Bahnhof für die Rückfahrt eine Reservation zu tätigen. Aber alles kam anders, da der Andrang an Personen so enorm war und auf den Bahnsteigen deshalb viele Diskussionen stattfanden, entstand eine grosse Verspätung, was zu einer Änderung des Endziels führte. Kurz vor Samedan wurde durch den Lautsprecher mitgeteilt, dass dieser Zug in Samedan nicht mehr weiterfährt und die Reisenden mit den fahrplanmässigen Bussen nach St. Moritz reisen müssen. Da ich mich in dieser Gegend, dank meinen alljährlichen Skitagen, sehr gut auskenne, entschied ich die Wanderung in Samedan zu starten. Zuerst aber zum Bahnschalter und die Reservation für die Rückfahrt organisieren. Als wir unser Anliegen schilderten, teilte uns der Beamte mit einem bedauerlichen Kopfschütteln mit, dass dies nicht möglich sei, eine Reservation könne nur ab 10 Personen getätigt werden und dafür stehen 70% der Plätze zur Verfügung. Unglaublich !!
Der Ärger verflüchtigte sich schnell, wäre zu schade gewesen bei diesem schönen, sonnigen und warmen Herbsttag. Somit starteten wir die Wanderung in Samedan, dem Inn entlang, Richtung Punt Muragl nach Pontresina und konnten uns kaum sattsehen an den farbigen Sträuchern, Disteln und Beeren, welche den Weg säumten, einzig die Lärchen waren noch grün, hatten wir sie doch gelb oder mindestens im Farbwechsel erwartet. Von Pontresina setzten wir unsere Wanderung fort durch die lichten Wälder, durch den Stazerwald zu unserem Ziel, dem Lej da Staz (Foto), ein Juwel in dieser Landschaft. Die angeschneiten Bergspitzen spiegelten sich im See, tiefblauer Himmel, Sonne und Ruhe pur, so mystisch, idyllisch und erholsam. Zwischenzeitlich war es bereits frühen Nachmittag und somit Zeit für eine gemütliche Mittagspause im Restaurant Stazersee, natürlich mit der Bündner Spezialität «Pizzoccheri», so köstlich, ein kulinarischer Genuss und der Sicht auf den See.
Frisch gestärkt nahmen wir den letzten Teil unserer Wanderung in Angriff, welche uns zum St. Moritzersee und nach St. Moritz führte und da sahen wir auf einem kleinen Inselchen doch noch drei golden leuchtende Lärchen (Foto). Unvorstellbar in St. Moritz zu sein ohne einen Besuch im weltberühmten Café Hanselmann, mit seinen feinen Desserts. Ein kurzer Spaziergang durch das mondäne, interessante, eindrucksvolle und zauberhafte St. Moritz zum Bahnhof und schon war es Zeit Abschied zu nehmen und die Heimfahrt, dieses Mal in der 1. Klasse, zu geniessen.
Ein wunderschöner Tag ging zu Ende, welcher uns mit dieser erlebnisreichen Zugfahrt immer in Erinnerung bleiben wird.

16.März
2026
Von Béatrice Häusler


















